Alternativen zum Tierversuch
Tierversuche werfen ethische Fragen auf und sind nicht für jede wissenschaftliche Fragestellung gleichermaßen aussagekräftig. Das Seminar zeigt, welche nicht-tierischen Methoden heute zur Verfügung stehen, wie sie validiert werden und welche Voraussetzungen für ihre regulatorische Akzeptanz erfüllt sein müssen.
Inhalte des Seminars
- Aktuelle Situation und 3R-Prinzip: Replacement, Reduction und Refinement
- New Approach Methodologies (NAMs): In-vitro- und In-silico-Methoden
- QSAR, Read-Across, High-Throughput-Verfahren und Omics-Technologien
- Adverse Outcome Pathways (AOPs) und Integrated Approaches to Testing and Assessment (IATA)
- Grundlagen der Methodenentwicklung und Validierung
- Gesetze, OECD-Guidelines und regulatorische Anforderungen
- GCCP- und GLP-Compliance
- Prüfplan, SOP, Prävalidierung und Ringversuche
- Sensitivität, Spezifität, Reproduzierbarkeit und Prädiktivität
- Peer Review und regulatorische Akzeptanz
Anhand von Beispielen lernen Sie, wie alternative Teststrategien Tierversuche ersetzen, reduzieren oder verfeinern können und wo ihre Grenzen liegen.
Moderne Toxikologie und regulatorischer Wandel
Die toxikologische Sicherheitsbewertung nutzt zunehmend computergestützte Modelle, Zell- und Gewebesysteme sowie mechanistische Ansätze. Für den regulatorischen Einsatz müssen solche Methoden klar definiert, standardisiert, reproduzierbar und ausreichend validiert sein.
Aktuelle Entwicklungen
- Wachsende Bedeutung von NAMs in Forschung und Sicherheitsbewertung
- Weiterentwicklung komplexer 3D-Zellmodelle und Organ-on-Chip-Systeme
- Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen über AOPs und IATA
- Zunehmender Einsatz von High-Throughput- und Omics-Verfahren
- Standardisierung, Validierung und regulatorische Akzeptanz neuer Methoden
Das Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über moderne Alternativmethoden und ihren Weg von der Entwicklung bis zur regulatorischen Akzeptanz. Sie lernen, Möglichkeiten und Grenzen nicht-tierischer Verfahren realistisch einzuordnen.